Medium & Stil im Netz der Zeit
21. Mai 2015

My Gang

Die Urban Jungle Bloggers haben im Mai aufgerufen, die wohnungseigene Pflanzen-Gang zu zeigen:

Ich bin ein großer Fan von Sukkulenten, weil sie wunderbar alleine zurecht kommen. Man muss sich nicht ständig um sie kümmern und sie brauchen auch keinen Pflanzensitter, wenn ich unterwegs bin.

Bis auf zwei Ausnahmen bevorzuge ich Exemplare ohne fiese Stacheln – das Umtopfen und vermehren geht einfach leichter. Grün ist wie immer auch bei den Übertöpfen meine erste Wahl – Holz und weiße Keramik gehen aber auch.

13. Mai 2015

Daily Tea

Sich auf einen Kaffee treffen, Kaffeepause, -klatsch, Arabica, Robusta, Hipster-Filterkaffees, ich kenne mich zwar aus im Wachmacher-Alltag, falle aber aus der Reihe: Ich trinke nur Tee. Kaffee nur sehr selten, meistens im Urlaub in Form von Türk Kahvesi, hier bekannt als “Mokka”.

Wenn es um Tee geht, bin ich eigen. Komisch konzentrierte Beuteltees mag ich nicht, nichts ist schlimmer als zu heiß aufgegossener grüner Tee oder süßlich-künstlicher Früchtetee. Unaromatisierter grüner oder weißer Tee in losen Blättern muss es bei mir sein. Gerne eine ganze Kanne am Morgen, aufgegossen in zartem Midcentury-Geschirr:

Grüner und weißer Tee, ungesüßt natürlich, ist gesund, macht sanft wach, schöne Haut, … Aber das schönste ist für mich am Teetrinken das warme, erfrischende Gefühl, eine ruhige Auszeit egal zu welcher Uhrzeit.

Meine Tee-Obsession könnt ihr auf Instagram weiterverfolgen. Für alle, die lieber beim Kaffee bleiben: täglich schön in Szene gesetzten Kaffee gibt es hier.

1. Juli 2014

Retrokeramik

Endlich wieder Flohmarktzeit – Sonnenbrand auf den Armen, Staub an den Fingern und neue Sommersprossen – nichts geht über Flohmärkte im Sommer. Fast jedes Wochenende rüstet irgendein Dorfplatz, eine LKW-Raststätte oder ein Marktplatz auf, um für ein paar Stunden vergessenen Kram und gut erhaltenen Trödel zu präsentieren.

Mittlerweile habe ich einen geschärften Blick und weiß schnell, an welchem Stand es sich lohnt, stehen zu bleiben. Meine Wunschliste ist sehr präzise geworden: Steckkerzenständer, Emaille-Schmuck und Keramikvasen. Die industriell gefertigten Vasen und Gefäße aus den 50ern bis 70ern haben es mir sehr angetan:

Eine der bekanntesten Produzenten ist die Scheurich KG, die sich als Scheurich & Greulich 1928 auf den Vertrieb von Auftragsware im Bereich Glas und Keramik spezialisiert hatte. Eigene Keramik wurde erst Anfang der 50er-Jahre produziert.

Die Scheurich-Produkte zeichnen sich durch bunte Farben und unterschiedlichste Muster aus. Die gleichen Modelle wurden in mehreren Farben produziert. Immer wieder auf’s Neue fasziniert mich, dass die Vasen im Zusammenspiel sehr gut “funktionieren”: egal wie unterschiedlich der Stil, die Farben, Jahrzehnte sind – sie passen in der Gruppe fantastisch zusammen.

Bay ist ein weiterer Keramikhersteller: 1933 gegründet von Eduard Bay und spezialisiert auf Zier- und Gebrauchskeramik, drei Jahre später stellte das Unternehmen auf Glasurkeramik um. Josef Koch verantwortete das Design in den 50ern, 1960 kam Bodo Mans dazu, der für seine bunten, manchmal schrillen und abstrakten Dekore berühmt wurde. 1970 ließ sich Bay den “Römertopf” patentieren, woraufhin sich auch der Firmenname änderte.

Den Erfolg und die Beliebtheit dieser Produkte in der Nachkriegszeit ist nicht ganz aufzuschlüsseln, vielleicht lag es an den neuen Entwürfen, den intensiven Farben und den neue Techniken wie “Gemmo” und “Sgrafo”. Mit der Sgrafo-Technik werden Gefäße in mehreren Farbschichten gegossen, die dann eingeritzt werden. Das so entstehende Muster macht die darunter liegenden Schichten sichtbar. Auch mit den Farben wurde experimentiert, was u.a. zum Ergebnis das typische tiefe intensive Rot hatte.

Richtig wertvoll sind Bay- und Scheurich-Produkte zumindest in Deutschland (noch) nicht. Es entwickelt sich aber ein internationaler Markt und der Export z.B. nach Australien soll sich laut eines befreundeten Antiquitätenhändlers mittlerweile lohnen. Auf kleineren Flohmärkten kann man immer mal wieder ein Schnäppchen machen, v.a. ältere Damen machen den Eindruck, ihre alten Vasen günstig loswerden zu wollen. Seltenere Exemplare findet man bei etsy, Dawanda oder ebay.

23. Juni 2013

Lomography, frühlingshaftes Hamburg

Meine analogen Fotografie-Versuche werden von Rollfilm zu Rollfilm zwar besser, aber es ist trotzdem immer wieder eine Überraschung die entwickelten Positive dann zu sehen. Und vermeintliche “sichere” Motive werden oftmals gar nichts, dafür glänzen dann andere Kleinigkeiten. Immer wieder seltsam, aber schön.

22. September 2011

Knit happens

Mit etwa 14 habe ich ganz klassisch von meiner Mutter das Stricken beigebracht bekommen. Und seitdem lässt es mich nicht mehr los, sodass ich mehrmals im Jahr ein paar Strickprojekte umsetze, Schals, Socken, Sonstiges. Nachdem ich in diesem Winter die super leicht zu strickenden Loop-Schals für mich entdeckt habe, musste ich danach an ein altes Projekt ran, dass schon seit letztem Jahr im Schrank auf die Fertigstellung/ Vollendung wartete. Ein wahnwitziges rotes Strickkleid, im Halbpatent, Nadelstärke 3,0. Die Stricker unter euch werden wissend aufseufzen.

Es sieht auf den Fotos sehr klein aus. Aber da es gefühlte 16kg wiegt, zieht es sich beim Tragen nach unten. Nach meinem Kampf mit dem richtigen Arm-, Rücken- und Halsausschnitt hat das Verwahren der Fäden und das Zusammennähen noch einmal zwei lange Abende gedauert. Aber im Endeffekt hat sich die ganze Arbeit doch gelohnt.

Denn wie immer beim Stricken ist das entstandene Teil ganz anders geworden als ich es mir vorgestellt hatte, aber auf jeden Fall ist es völlig einzigartig und individuell. Keine andere besitzt genau dieses Kleid. Masche für Masche in mühseliger Handarbeit zusammengestrickt – am Ende lohnt es sich immer.

Aber warum gibt es gerade einen DIY-Hype, der irgendwie untrennbar verbunden ist mit dem Vintage-Hype? Vor einem Jahrhundert war es noch nötig, Kleidung selbst herzustellen, heutzutage ist das eher ein seltenes Privatvergnügen. Ich habe hier schon einmal kurz darüber reflektiert; vielleicht ist es der Geselligkeitsfaktor, vielleicht aber auch ein gewisser Qualitätsanspruch (meine gestrickten Sachen halten ewig, während viele gekaufte Kleidungsstücke manchmal schon nach einmal tragen irgendwo eine Macke haben). Neben dem Endprodukt, das entsteht, ist es für mich sicherlich auch die Entstehungsphase: Nach etlichen Stunden am Mac-Bildschirm ist das in die Hände nehmen der Stricknadeln der genaue Gegenentwurf dazu. So platt es klingt, aber “mit den Händen zu arbeiten”, öffnet eine andere Ebene: man muss sich richtig darauf konzentrieren, weder der facebook-Tab, Tweetdeck oder Skype lenken ab. DAS ist für mich neben dem Tragen-Können des neuen Stücks der tollere Mehrwert.

Wer es selbst ausprobieren möchte: Die vorletzte Ausgabe des CUT-Magazins hat einen schönen Einstiegsteil für angehende Stricker. All you knit is love eben. Definitely.

12. September 2011

Just a perfect Day

Momentan vernachlässige ich filizart.de leider etwas, aber zugunsten von Reihe Sieben, wo Ihr auch regelmäßig vorbeischauen solltet. Damit es hier nicht zu ruhig wird, ein paar Eindrücke von meinem Wochenende:

Am Gärtnerplatz laufe ich so häufig vorbei ohne richtig hinzusehen. Beim Eisessen habe ich dann ganz touristenmäßig die Kamera herausgeholt.

Heißgeliebter Midi-Rock mit Antilopen (!), Lackgürtel aus den 50ern und altem Schmuck.

Wo ist mein Daumen? Egal. Mein neuester Schatz: Einen “runden” Ring, nach dem ich schon ewig gesucht habe und im Haben Will in der Reichenbachstraße gefunden habe. Feels like Betty Draper.

Bei dem kleinen Tante Emma Laden bei mir ums Eck lag neben Yes-Törtchen diese Retro-Corny-Packung aus.

Das herrliche Wetter war ein schöner Abschied vom Sommer. Der hoffentlich goldene Herbst kann kommen mit dem sanfteren Licht, den nebligen Spinnennetzen, das farbige Laub, …

22. August 2011

Les amours imaginaires

Ein verregneter Augustabend. Sich Sinkenlassen in die tiefroten Sitze des kleinen Arena-Kinosaals und für knapp 90 Minuten die ernste deutsche Welt verdrängen lassen von französisch-italienschen Bildern und Klängen, die von ganz großen Sehnsüchten sprechen.

Auf Reihe Sieben gibt es schon eine Kritik zu meinem neuen Lieblingsfilm von Xavier Dolan “Les amours imaginaires”. Hier wollte ich noch einmal einen detaillierteren Blick auf die Großartigkeit dieses Films lenken. weiterlesen »

16. August 2011

Flohmarkt again

Der letzte Flohmarkt-Post ist schon länger her, deshalb wurde es mal wieder Zeit: Am Wochenende fand in der Olympiahalle der Nachtkonsum-Flohmarkt statt. Bei richtig angenehmen nicht-zu-heiß-nicht-zu-kalt-Wetter schlenderten wir langsam an den zahlreichen Ständen vorbei. Die Verkäufer waren diesmal auch generell sehr redselig und verrieten, woher ihre Artikel stammen und welche Geschichte dahinter steckt. Nur die Sprüche “Also das ist super wertvoll, eigentlich wollte ich das gar nicht auf dem Flohmarkt verkaufen” oder “der Preis gilt nur für junge, hübsche Damen” kommen bei mir nicht so gut an, liebe Verkäufer. Aber wir hatten trotzdem unseren Spaß und haben auch richtig schöne Stücke erstanden.

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7. August 2011

I’m fashion. I’m human.

Was mir weiterhin richtig unangenehm in Erinnerung bleibt bezüglich der Fashion Week Berlin diesen Sommer, ist die knallharte Oberflächlichkeit der Veranstaltung und der kompletten Atmosphäre. Fällt man auch nur einen winzigen Teil aus dem Raster der Perfektion, der vermeintlichen Originalität und Individualität, wird man streng gemustert, ignoriert, belächelt. Ein Schaulauf der puren Eitelkeit, Blitzlicht hier, Blitzlicht da, es geht nur darum, wer das tollste Outfit hat. Ich glaube, ich habe nur ein einziges tiefergehendes Gespräch geführt dort.

Richtig bewusst wurde mir das Paradoxe dieser Veranstaltung dann aber erst beim Fashionbloggercafé. Ohne viel Mühe konnte man hier sofort ausmachen, wer sich zu den Fashionbloggern zählt und wer nicht. Ganz ohne Namensschild. Alle scheinen irgendwie einem Trend zu folgen und proklamieren doch gleichzeitig für sich, wahnsinnig individuell und ausgefallen zu sein.

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31. Juli 2011

Zuhause

Jedes Mal, wenn ich an einem Wochenende mal wieder nach Hause fahre, wird mir bewusst, wie anders das Leben auf dem Dorf ist und wie ursprünglich meine Schwester und ich aufgewachsen sind. Was ich im Nachhinein richtig schätze und was mich wahnsinnig entspannt.

Es riecht anders als in München, nach Natur, Wiesen, Gras. Nachts quaken die Frösche in den Weihern. Das Obst wird selbst geernet und gleich verarbeitet.

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